Politik der
Verantwortung
Energie aus Fleischabfällen
An einem sonnigen Spätsommer-Samstag konnte ufs-Präsidentin Nicole Zürcher Fausch gut zwei Dutzend Mitglieder begrüssen, die sich nach Münchwilen aufgemacht hatten, um die Firma Biorender AG zu besuchen.
Jaques Hunziker, Mitglied der Geschäftsleitung, führte die ufs-Mitglieder durch die imposante Anlage. Er schilderte die Geschichte der Firma, die dank der Partnerschaft mit der Hunziker Food Recycling AG seit 30 Jahren Erfahrung in der Verarbeitung von tierischen Nebenprodukten hat. In den 1960er-Jahren verarbeitete die Firma tierische Restabfälle zu Flüssigfutter für Schweine. Wegen des Rinderwahnsinns und weiteren Vorfällen verbot schliesslich die EU die Verfütterung von Fleischabfällen für Tiere. Das Unternehmen musste sich umstellen und nutzt heute für die Energieproduktion nebst Reststoffen aus Metzgereien und Schlachthöfen auch solche von der Lebensmittelindustrie und Speisereste.
Die Anlage ging im Januar 2011 in Betrieb, nachdem sich
"Erdgas Ostschweiz" und diverse Städte wie Winterthur, Wil, St.
Gallen, Uzwil, Flawil, mit einem Grossteil des Aktienkapitals am Pionierprojekt
beteiligten. Gegenwärtig ist ufs-Mitglied Hanspeter Haltner, Gemeinderat von
Uzwil, ad-interim-Geschäftsleiter der Biorender AG. Er äusserte sich zur
aktuellen Gestaltung der Strompreise und deren Bedeutung für die Einspeisung
von alternativen Energieformen. Der überaus informative Anlass fand mit einem
gemeinsamen Imbiss im "Vivace" in Wil einen gelungenen Abschluss.
Johannes Rutz